Porträt-Experimente

Bisher gab es hier im Fotoblog sehr selten Fotos von Menschen. Da war zum einen die Schweisserin, zum anderen drei THW-Helfer bei einer Übung. Bei allen drei Fotos sind die abgebildeten Personen kaum erkennbar. Bei der Schweisserin ist es die Maske, beim anderen Bild sind es Helm, Schutzbrille und Staubmaske, die das Geschicht verbergen. Das ganze entspricht nicht ganz den gängigen Bildern, wie sie viele Hobbyfotografen machen.

Das es hier bisher so selten Bilder von Menschen gab hat mehrere Gründen. Zum einen geht es um den ganz praktischen Grund, das man für solche Fotos erst einmal ein Model braucht (und dieses auch mit der Veröffentlichung einverstanden sein muss). Ein weiterer Grund ist für mich, das ich die üblichen Hochglanz-Fotos mit perfekt gestylten Menschen, trotz der unbestreitbar oft hohen handwerklichen Qualität, irgendwie langweilig finde. Auf der anderen Seite haben vielen Menschen natürlich den durchaus nachvollziehbaren Wunsch, von ihrer Schokoladenseite gezeigt zu werden. Diese Dinge haben mich bisher oft davon abgehalten, Fotos von Menschen zu machen. Dennoch ist es natürlich eine spannende Sache, und manchmal mache ich auch entsprechende Fotos. Häufig mit meiner lieben Frau als Modell, so wie hier am Rheinufer in Ludwigsahfen.

Wie sieht denn das bei Euch aus, würdet ihr hier gerne mehr Bilder von Menschen sehen?

Dasa Foto zeigt eine Frau in grauer Strickjacke, die sich gegen die Wurzel eines umgestürzten Baums lehnt.

  • Blende: ƒ/5.6
  • Kamera: DMC-G6
  • Aufgenommen: 13 April, 2019
  • Blitz: Nein
  • Brennweite: 32mm
  • ISO: 160
  • Verschlusszeit: 1/100s

Das Foto zeigt das Gesicht einer Frau, die durch ein Loch in der Wurzel eines umgestürtzen Baums nach außen in Richtung Fotograf blickt

  • Blende: ƒ/5.6
  • Kamera: DMC-G6
  • Aufgenommen: 13 April, 2019
  • Blitz: Nein
  • Brennweite: 46mm
  • ISO: 320
  • Verschlusszeit: 1/100s

Das Foto zeigt eine Frau in grauer Strickjacke, im Hintergrund sieht man Gebäude und ein Hochhaus

  • Blende: ƒ/5.6
  • Kamera: DMC-G6
  • Aufgenommen: 13 April, 2019
  • Blitz: Nein
  • Brennweite: 55mm
  • ISO: 160
  • Verschlusszeit: 1/160s

Dasa Foto zeigt eine Frau in grauer Strickjacke, im Hintergrund ist der Rhein und auf diesem ein Binnenschiff

  • Blende: ƒ/5.6
  • Kamera: DMC-G6
  • Aufgenommen: 13 April, 2019
  • Blitz: Nein
  • Brennweite: 46mm
  • ISO: 160
  • Verschlusszeit: 1/160s

Drei Katastrophenschutzhelfer

Die Fotografie von Menschen gehört auch zu den spannenden und zugleich auch schwierigen Gebieten der Fotografie. Hier im Fotoblog hat es nur selten Fotos von Menschen gegeben. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen braucht man für Fotos von Menschen erst einmal ein Model, zum anderen finde ich die „üblichen“ Mode- und Beauty-Fotos auch nicht so spannend.

Vor über 20 Jahren bin ich dem Technischen Hilfswerk – Ortsverband Schöningen beigetreten (damals ging es noch um das Thema Wehrpflicht) und ein wenig bin ich da auch heute noch aktiv. Und so gab es am letzten Donnerstag die Gelegenheit, ein paar Fotos zu machen. Eines davon ist das untere, welches ich in Rücksprache mit dem Ortsbeauftragten für Schöningen auch hier veröffentlichen möchte.

Das s/w-Foto zeigt 3 THW-Helfer bei einer Übung, sie tragen Einsatzanzug, Helm, Schutzbrille und Staubmasken. Im Staub kann man die Lichtkegel der Helmlampen erkennen.

  • Blende: ƒ/4.4
  • Kamera: DMC-G6
  • Aufgenommen: 7 März, 2019
  • Blitz: Nein
  • Brennweite: 30mm
  • ISO: 3200
  • Verschlusszeit: 1/25s

 

Fotoprojekt „PURE“

Heute gibt es mal keine Fotos von mir sondern ein Hinweis auf ein Fotoprojekt, welches ich spannend finde. Zu dem Projekt hat mich ein Facebook-Post von Anastasia Umrik geführt. Das Projekt heißt „PURE“ und es geht darum, Frauen in schwarz/weiß, ungeschminkt und ohne Retusche abzulichten. Das Projekt stammt von der Fotografin Romy Gessner. Ich finde die Idee hiner dem Projekt, gerade weil so viele „perfekte“ Fotos, welche mit allen erdenklichen Tricks zurechtgemacht wurden, im Umlauf sind.

Link: https://romygessnerfotografie.de/pure-the-project

Die vier Stolpersteine in Mattierzoll

Mattierzoll ist ein kleiner Ortsteil von Winnigstedt, in dem es früher Bahnanlagen und Fabrikgebäude gab. Heute ist vieles unbewohnt und verfallen. Eine Zeitlang gab es einen Imbiss, aber auch der hat irgendwann geschlossen und ist heute ein Wohnhaus. Und es gibt in Mattierzoll vier Stolpersteine, die in das Pflaster des Fußwegs eingelassen sind und leicht übersehen werden können.

Das Foto zeigt einen Fußweg, der teilweise schon von Unkraut überwuchert ist. Wenn man genau hinschaut kann man die 4 Stolpersteine eranen, die sich vom normalen Pflaster abheben.

  • Blende: ƒ/8
  • Kamera: DMC-G6
  • Aufgenommen: 13 August, 2017
  • Blitz: Nein
  • Brennweite: 69mm
  • ISO: 800
  • Verschlusszeit: 1/160s

Auf diesem Foto sind die Stolpersteine im Pflaster des Fußwegs gut sichtbar, aber noch nicht lesbar.

  • Blende: ƒ/8
  • Kamera: DMC-G6
  • Aufgenommen: 13 August, 2017
  • Blitz: Nein
  • Brennweite: 84mm
  • ISO: 400
  • Verschlusszeit: 1/160s

Auch hier, mitten in der Provinz, hat die Judenverfolgung mit deutscher Gründlichkeit zugeschlagen.

Eine Großaufnahme der 4 Stolpersteine. Inschriften (von links oben nach Rechts unten) Hier wohnte... 1. Dietrich Löwendorf, Jg. 1859, Deportiert 1943 Theresienstadt, Tot 28.4.1943; Bertha Löwendorf Geb. Eisenstein, Jg. 1867, Gedemütigt/Entrechtet. Tot 19.10.1938; Walter Löwendorf, Jg. 1893, Flucht 1939, Palästina, überlebt; Paula Löwendorf, verh. Levy, Jg. 1895, Flucht 1934, Palästina, Überlebt.

  • Blende: ƒ/8
  • Kamera: DMC-G6
  • Aufgenommen: 13 August, 2017
  • Blitz: Nein
  • Brennweite: 73mm
  • ISO: 640
  • Verschlusszeit: 1/160s

Ein alter Mann wurde nach Theresienstadt deportiert, seine Frau starb schon vorher. Den Kindern gelang zum Glück die Flucht.

EIn paar Informationen zur Familie Löwendorf findet man auf den Seiten des Kunstvereins Höxter, zur Geschichte von Mattierzoll und auch zu den Stolpersteinen findet man auf der Seite der Ferienwohnung Alter Bahnhof ein paar Informationen.

Sicher kann man an dem Stolpersteinprojekt Kritik üben, aber dennoch finde ich es sinnvoll, wie dargestellt wird, das es die Menschen von „nebenan“ waren, die zu Opfer des Wahns der Nationalsozialisten wurden. Ein Wahn, der auch leider heute noch existiert, auch wenn er sich derzeit gerne in andere Gewänder hüllt. Und daher finde ich es wichtig, das auch heute noch an diese Zeit erinnert wird, schon alleine, damit sich zumindest dieser Teil der Geschichte nicht wiederholt. Niemals wieder.

Die Stolpersteine liegen etwa hier:

Die Schweisserin

Menschen sind eines der beliebtesten Motive in der Fotografie. Dennoch hat es in diesem Blog bisher noch kein Foto von Menschen gegeben. Dies hat mehrere Gründe, einer ist sicher, das man erst einmal einen Menschen, welcher sich fotografieren lässt und der mit der Veröffentlichung der Bilder einverstanden ist, braucht. Und mit diesem Menschen müsste ich mich dann auch noch auf ein „Bild“ einigen. Das ist nicht ganz so einfach und ohne Erlaubnis veröffentliche ich natürlich keine Fotos.

Ein anderer Grund ist, das ich viele Fotos, gerade aus der sog. Beauty-Ecke, steril und langweilig finde. Klar, handwerklich sind es in der Regel perfekte Fotos, viel besser als das, was ich hinkriegen würde. Und auch die Modelle sind perfekt, perfekte Menschen mit perfekten Maßen, die perfekte Kleidung tragen und perfekt Geschminkt sind. Und wenn tatsächlich irgendetwas nicht perfekt ist, dann gibt es ja immer noch die moderne Bildbearbeitung. Aber, die Realität ist es nicht. Und meine Welt auch nicht.

Im Sommer des letzten Jahres konnte ich ein wenig experimentieren und habe die liebste aller Ehefrauen beim schweißen Fotografiert. Sicher keine „übliche“ Pose, aber gerade darum finde ich dieses Bild toll.

Das Foto zeigt eine Frau beim Schutzgas-Schweißen. Sie trägt blaue Arbeitskleidung, eine Lederschürze, Lederhandschuhe und einen schwarzen Schweißhelm

  • Blende: ƒ/8
  • Kamera: DMC-G6
  • Aufgenommen: 18 Juli, 2015
  • Blitz: Nein
  • Brennweite: 200mm
  • ISO: 800
  • Verschlusszeit: 1/400s

Und vielleicht ergibt sich ja im nächsten Jahr nochmal eine Gelegenheit zu einem Fotoshooting mit Menschen, am besten mit Menschen, die nicht perfekt sind….